Musikalische Lesung mit „Jo“ Barnikel und dem AutorenVerband Franken e.V.
Mehr als 40 Gäste unserer Pflegeeinrichtungen, Angehörige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie Nürnberg-Mögeldorf feierten gemeinsam den Tag der Pflege und die Menschen, die tagtäglich für Alte und Schwache da sind.
Wir haben hier, neben den Bildern, die Dankesworte von Sabine Karl, Leiterin Seepark, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Pflegeeinrichtungen:
365 Tage im Jahr.
Kein Countdown, kein Saisonstart, kein Finale.
Pflege hat keinen „Pause“-Knopf.
Nur Menschen. Und ihr.
Pflege beginnt oft dann, wenn der Rest der Welt schon im Feierabend ist.
Wenn Serien laufen, wenn Teller klappern, wenn irgendwo jemand sagt: „Endlich Ruhe.“ Und bei euch? Geht’s erst richtig los.
Frühdienst: Der Kaffee ist stärker als der Wille.
Spätdienst: Der Wille ist stärker als der Kaffee.
Nachtdienst: Irgendwo dazwischen verliert man das Zeitgefühl –
aber nie den Überblick über die Menschen, die euch brauchen.
Ihr seid da, wenn jemand nicht mehr weiterweiß.
Wenn ein Körper nicht mehr so funktioniert, wie er soll.
Wenn Worte fehlen – oder zu viele da sind.
Ihr haltet Hände, ihr haltet aus, ihr haltet durch.
Und ja, manchmal haltet ihr auch den Atem an.
wenn das Diensttelefon klingelt und ihr denkt:
„Bitte heute nichts Ungeplantes.“
Spoiler: Es kommt meist etwas Ungeplantes.
Pflege ist Improvisation auf höchstem Niveau.
Zwischen Dokumentation, Medikamenten und dem Versuch,
gleichzeitig an fünf Orte zu sein –
und dabei trotzdem noch Mensch zu bleiben.
Und genau das macht ihr.
Ihr bleibt Mensch.
Mit Humor, der manchmal schwarz ist, aber ehrlich.
Mit Blicken im Team, die mehr sagen als jedes Übergabeprotokoll.
Mit kleinen Momenten, die niemand in Statistiken schreibt:
Ein Lächeln. Ein „Ich bin da“. Ein „Wir schaffen das schon“.
Und dann sind da die Ehrenamtlichen.
Die, die kommen, ohne dass sie müssen.
Ohne Schichtplan, ohne Pflichtgefühl –
aber mit ganz viel Herz.
Sie setzen sich dazu, hören zu, gehen spazieren,
lesen vor oder sind einfach da.
Und manchmal ist genau dieses „einfach da sein“
das Wertvollste überhaupt.
Denn Pflege ist mehr als Versorgung.
Pflege ist Beziehung.
Ist Zeit schenken, obwohl eigentlich keine da ist.
Und ja, wir müssen ehrlich sein:
Es ist nicht immer fair.
Zu wenig Personal, zu viel Verantwortung,
zu oft ein Schulterzucken von außen – und von der Politik.
Aber trotzdem steht ihr jeden Tag wieder auf.
Zieht die Schuhe an, bindet die Haare zusammen,
atmet einmal tief durch und sagt: „Okay, auf geht’s.“
Nicht, weil es leicht ist.
Sondern weil es wichtig ist.
Und vielleicht hört ihr es zu selten,
vielleicht geht es im Alltag unter –
zwischen Pieptönen, Plänen und Pausen, die keine sind:
Was ihr tut, ist nicht selbstverständlich.
Es ist entscheidend.
Für jeden Einzelnen. Für Familien. Für unsere Gesellschaft.
Ihr seid nicht einfach „die Pflege“.
Ihr seid die, die bleiben, wenn es darauf ankommt.
Mit all euren Stärken.
Und auch mit euren Grenzen.
Und heute – zumindest heute –
soll es nicht um To-do-Listen gehen.
Nicht um Zeitdruck. Nicht um das, was noch alles fehlt.
Sondern um euch. Am 12.Mai – Tag der Pflege
Um euren Einsatz.
Eure Geduld.
Euren Humor, der manchmal genau im richtigen Moment kommt. Und eure Fähigkeit, selbst in schwierigen Situationen
noch Menschlichkeit sichtbar zu machen.
Dafür sagen wir Danke.
Nicht perfekt formuliert, nicht geschniegelt – aber ehrlich gemeint.
Und wenn morgen wieder alles von vorne beginnt,
wenn der Wecker klingelt und ihr denkt: „Schon wieder?“
Dann vielleicht mit dem kleinen Gedanken im Hinterkopf:
Es macht einen Unterschied, dass es euch gibt.
365 Tage im Jahr.









