Eröffnung unseres TagesHospiz

Das Tageshospiz – unser Leuchtturmprojekt hat eröffnet

„Es verdrießt die Menschen, dass das Geniale so einfach ist. Sie vergessen, dass sie noch Mühe genug haben, es umzusetzen.“ mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe eröffnete unser Vorstand Günter Beucker am 15. Oktober das erste anerkannte TagesHospiz Deutschlands. Nach über zwei Jahren Verhandlungen konnten wir unser Leuchtturmprojekt unter der Schirmherrschaft zur Eröffnung durch Frau Baumüller-Söder feierlich begehen. Musikalisch Begleitet von der Saxophonistin Helen Kluge und der Pianistin Lisa Milyukova hatten Mitarbeiter und Gäste die Möglichkeit die neu renovierten Räume im Mathilden-Haus anzuschauen und anschließend gemeinsam zu feiern.

Ein Grußwort von Frau Baumüller-Söder leitete den Empfang in unserer OASE ein. Frau Baumüller-Söder lobte den großartigen Dienst am Menschen durch alle Haupt- und Ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hospizarbeit in Mögeldorf. Frau Dr. Mutert vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fuhr mit den Worten „Menschen brauchen Menschen“ fort und überreichte uns einen Scheck für die Ausstattung der Räume des TagesHospiz. Oberbürgermeisterkandidat Thorsten Brehm wies in seinen Grußworten darauf hin, dass das Sterben als Thema wieder mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft gestellt werden soll und auch Generationenübergreifend thematisiert werden muss. Frau Rademacher von der Paula Kubitschek-Vogel Stiftung erklärte den Paradigmenwechsel der Versorgung Sterbender. Die Paula Kubitschek-Vogel Stiftung übernimmt deshalb auch für die folgenden zwei Jahre die Personalkosten für eine Koordinatoren-Stelle, um dem Leitsatz „nicht weniger für viele, sondern für jeden das Richtige“ und damit dem Paradigmenwechsel auch im Sozialen Netz gerecht zu werden. Den Abschluss der Redner/innen machte Frau Renate Backhaus vom Diakonischen Werk Bayern und verwies auch auf das zweite Leuchtturmprojekt, die LebensWeGe, denn darum geht es in all den Angeboten für die uns anvertrauten Menschen: Gemeinsam Lebenswege gestalten.

Im Anschließenden Gespräch mit unserer Schirmherrin zur Eröffnungsfeier Frau Karin Baumüller-Söder haben wir nachgefragt, was Sie als Frau der Öffentlichkeit bewegt unser TagesHospiz und unsere Hospizarbeit in Mögeldorf zu unterstützen: „Wer unheilbar krank ist, möchte sein Leben gerade in dieser schweren Phase möglichst lange im gewohnten Umfeld zu Hause verbringen. Aber dieser nachvollziehbare und durchwegs menschliche Wunsch überfordert die Angehörigen sehr oft bei der Pflege. In diesem Fall war die einzige Anlaufstelle das Krankenhaus – bisher, denn diese Versorgungslücke wird mit dem neuen Tageshospiz in Mögeldorf endlich geschlossen! Das ist ein vollkommen neues Konzept in der deutschen Gesundheitsversorgung und in unserer Gesellschaft mehr als dringend notwendig. Daher ist es mir ein großes Anliegen und eine große Ehre, hier unterstützend tätig zu werden.“

Wir wollten von Frau Baumüller-Söder auch erfahren, warum ihrer Einschätzung nach, eine Einrichtung wie unser TagesHospiz für die Gesundheitsversorgung in ganz Deutschland wichtig ist? „Tagsüber palliativ-medizinisch versorgt zu werden und abends wieder zu Hause sein – diesen Herzenswunsch erfüllt das neue TagesHospiz. Es ist ein großartiger Dienst am Menschen. Die Versorgungslücke zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu schließen ist eine herausragende Weiterentwicklung der Hospizarbeit. Das TagesHospiz hat einen unschätzbaren Mehrwert für die Patienten und deren Angehörige, dies es nicht nur hier in Bayern, sondern in ganz Deutschland gibt. Diese Einrichtungen, die den Menschen in den schwersten Stunden Halt geben, sollten in unserer Gesellschaft eigentlich keine Einzelfälle bleiben. Von daher wäre es nur wünschenswert, dass sich viele dieser Idee anschließen und dass das neu eröffnete Tageshospiz im Mathildenhaus als Leuchtturm wegweisend sein kann.“

Abschließend war unsere Frage, wie ihrer Einschätzung nach, das TagesHospiz von der Gesellschaft und der Politik Unterstützung erfahren kann? „Das enge Netz der Hospizbegleitung, das Sie hier geknüpft haben, ist eine unermessliche Hilfe für alle Betroffenen. Angefangen vom ambulanten Hospizdienst, über das stationäre Hospiz und nun neu auch das Tageshospiz und die angegliederte Wohngruppe LebensWeGe. Was die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter hier leisten ist außerordentlich und unbezahlbar. Ob am Krankenbett oder in der Trauerzeit – Sie spenden Sterbenden und Angehörigen Trost, Sie halten ihre Hand oder helfen beim Verarbeiten. Von daher sehe ich hier die Gesellschaft in der Pflicht, dieses Engagement bestmöglich zu unterstützen. Zum Beispiel diesen unglaublich wertvollen Dienst am Menschen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem ist eine umfassende finanzielle Unterstützung natürlich nicht wegzudenken. Denn auch bei diesen Projekten geht es nicht ohne Spenden oder Fördermittel. Daher braucht auch diese Institution stets viele Fürsprecher, die sich nachhaltig einsetzen und nicht nachlassen, hier alle Möglichkeiten auszuschöpfen.“

Vielen Dank Frau Baumüller-Söder für die Unterstützung unserer Hospizarbeit und das nette Interview.